

Bild: SOKO Tierschutz e. V.
Diese Aufnahmen sind schwer zu ertragen: Ein Schlacht- und Direktvermarktungsbetrieb im Landkreis Aichach-Friedberg soll seine Kunden teilweise selbst töten lassen. Außerdem gibt es Hinweise, dass bereits tote Tiere zu Fleisch verarbeitet worden sein könnten.
Die Vorwürfe, die von der Organisation SOKO Tierschutz erhoben wurden, wiegen schwer. Gleichwohl gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Vorwürfe gegen den Betrieb
Nach Darstellung von SOKO Tierschutz sollen Kunden in mehr als 30 Fällen den Kehlschnitt, der zum Tod der Tiere führt, selbst durchgeführt haben. Das geschah demnach ohne geeignete Arbeitskleidung und mutmaßlich auch ohne Sachkundenachweis.
Auf dem Material sollen zudem mehrere Fehlbetäubungen zu sehen sein. Demnach zeigten Schafe nach dem Entblutungsschnitt Hinweise dafür, dass sie die Entblutung bei Bewusstsein erlebten.
In mehr als 15 Fällen habe außerdem das Abtrennen des Kopfes begonnen, bevor das Tier eindeutig tot gewesen sei.
An einem Schlachttag wurden nach Angaben von SOKO Tierschutz 230 geschlachtete Tiere gezählt. In zwei weiteren Fällen sollen bereits tote Tiere einen Kehlschnitt erhalten haben.
Bei einem Tier sei kein Blut mehr geflossen, beim anderen nur verdicktes Blut.
Hat amtlicher Tierarzt weggesehen?
Auf dem vorliegenden Material ist nach Angaben von SOKO Tierschutz keine Kontrolle und kein Eingreifen des zuständigen amtlichen Tierarztes zu sehen.
Nach ihren Recherchen soll der Betrieb rund 59.000 Euro an Subventionen aus Steuergeldern bezogen haben. Die Allgemeinheit zahlt auch mit, während die Behörde laut Vorwürfen mutmaßlich nicht ausreichend wirksam eingeschritten ist.
SOKO Tierschutz berichtet, die Aufnahmen im Juni 2026 erhalten zu haben. Sie haben das Material geprüft, die Behörden eingeschaltet und Strafanzeige erstattet. (1)
SOKO-Tierschutz-Sprecher Mülln kritisiert, jeder Veterinär hätte bei diesen Zuständen sofort Alarm schlagen müssen. Menschen ohne Sachkunde dürften keine Kehlen durchschneiden, so Mülln.
Quellen
- Pressemitteilung der SOKO Tierschutz vom 15.09.2026
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
