

Bild: K/Vegpool
Im Sommer und Herbst beginnt die Zeit der Ernte. Jetzt ernten die Landwirte die Früchte ihrer Arbeit. Beste Chancen für Sparfüchse, für ganz wenig Geld – oder kostenlos – ein gutes Obst und Gemüse, aber auch Beeren und Nüsse zu kommen. Ganz legal, versteht sich.
Clever spart Geld – das gilt auch bei unseren Tricks, um für wenig Geld (oder kostenlos) an gutes Obst und Gemüse zu kommen.
Und ob Nachlese, öffentliche Obstbäume oder kostengünstige Obstbaum-Miete – wir zeigen euch die besten Tricks!

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Öffentliche Obstbäume
In vielen Gegenden Deutschlands findet man ihre alten Apfelbäume, die früher einmal bewirtschaftet wurden. Manche Apfelsorten sind über hundert Jahre alt und nicht nur gute Vitaminspender, sondern ein ganz besonderer Genuss.
Dass viele dieser Bäume einfach und kostenlos beerntet werden dürfen, hat folgenden Grund:
Heutige Obstbauern pflanzen Apfelbäume, die viel kleiner sind, als die Obstbäume aus der Zeit von Oma und Opa, als Ziegen und Rinder darunter weideten. So kommen die heutigen Obstbauern schneller an die Äpfel und sparen damit Zeit und Geld. Die alten Apfelbäume werden nicht mehr genutzt – ihr Obst verfault.
Alte Apfelsorten geraten immer mehr in Vergessenheit – und manch eine „Streuobstwiese“ dient heute dem Naturschutz. Unberührte Obstbaumwiesen sind ein wichtiger Rückzugsort für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere – und eine gute Quelle für Gratis-Obst in höchster Qualität!

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Viele Streuobstwiesen sind in städtischem Besitz. Wir freundlich beim zuständigen Amt befragt (z. B. Garten- und Friedhofsamt), hat gute Chancen, eine Erlaubnis für die Ernte zu bekommen – und Tipps für die besten Standorte obendrein. Ein pfleglicher Umgang mit Baum und Wiese ist natürlich Voraussetzung.
Dabei darf in der Regel auch gepflückt (und nicht nur aufgelesen) werden. Ein Hindernispflücker als Werkzeug ist dabei von großem Nutzen. Auf der Website lokaler Naturschutz-Verbände findet man häufig Informationen zu den regionalen Streuobstwiesen!
Wichtig: Nicht jede zugängliche Streuobstwiese darf kostenlos beerntet werden. Daher ist es wichtig, sich vorher zu begeben – oder auf eine Veröffentlichung im Gemeindeblatt zu achten.
In manchen Gegenden werden öffentliche Obstbäume gekennzeichnet, zum Beispiel mit einem farbigen Band. Auch unter mundraub.org Kann man sehen, wo Obst und Gemüse geerntet werden können.
Obst- und Nussbäume: Patenschaft oder Miete.
Da Streuobstwiesen eine gewissenhafte Pflege bedürfen, suchen viele Besitzer nach Paten, die diese Arbeit mitfinanzieren. Für intakte Ökosysteme haben Streuobstwiesen eine wichtige Funktion. Leider sind viele Streuobstwiesen akut gefährdet.
Mit einer Obstbaum-Patenschaft könnt ihr dazu beitragen, Streuobstwiesen zu erhalten – und euch dabei gleich einen Teil der Ernte sichern. Dasselbe gilt natürlich auch für Nussbäume, wo man ebenfalls günstig an gute Walnüsse gelangen kann.

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Wer Interesse daran hat, Pate eines Obst- oder Nussbaumes zu werden, der findet in Suchmaschinen eine beträchtliche Auswahl zu fast allen Regionen in Deutschland. Manch ein Obstbauer bietet auch die ganz regulären (kleingezüchteten) Bäumchen zur Miete an. Die Preise sind sehr unterschiedlich. Mit etwas Glück kann man für rund 15 Euro im Jahr einen ganzen Apfelbaum beernten. Da kommen durchaus mal 50 Kilo saftige Äpfel zusammen!
Nachlese – zurückgelassene Früchte und Gemüse nutzen
Nachlesen bedeutet, im Anschluss an die offizielle Ernte die verbliebenen Obst- und Gemüse von Äckern und Feldern einzusammeln. Auf diese Weise hat man gute Chancen, für kleines Geld (oder ganz kostenlos) an Weintrauben, Kartoffeln, Kürbisse und Co. zu gelangen.
Denn leider lohnt es sich oft nicht, mit der Erntemaschine eine zweite oder dritte Runde zu fahren. Auch, weil Kartoffeln, Kürbisse und Kohl manchmal von den Maschinen beschädigt wurden und dann nicht mehr hübsch aussahen.
Geschmacklich und mit Blick auf die Nährstoffe sind unförmige Kürbisse, Kartoffeln und Zwiebeln genauso gut. Und beschädigte Teile können Sie normalerweise einfach wegschneiden, solange das Produkt noch gut ist.
In der Kartoffelsuppe oder im Kürbis-Chutney sieht man die ursprüngliche Form ohnehin nicht.
Wie immer gilt auch hier: vorher nachfragen – und vielleicht den einen oder anderen Betrag für die Kaffekasse bereithalten! Gute Kontakte zu den Obst- und Gemüsebauern können sich lohnen. Aber bitte feste Gummistiefel mitbringen, sonst endet die Nachernte schnell im Matsch.
Was tun mit großen Mengen Obst und Gemüse?
Die Möglichkeit, kostenlos oder für wenig Geld frisches, hochwertiges Obst und Gemüse zu ernten, sollte nicht dazu verleiten, unnötig viel zu ernten. Denn Obst und Gemüse müssen ordnungsgemäß gelagert werden. Ein großer, kühlerer Keller ist ein wichtiger Pluspunkt.
Wer entsprechend pflanzt, hat aber z. B. auch die Möglichkeit, frisch geerntetes Obst in einer Obstkelterei zu Saft verarbeiten zu lassen – entweder gegen etwas Geld, oder im Tausch gegen einen Teil der Ernte.

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Wer mag, kann auch Apfelscheiben in einem Dörrgerät haltbar machen oder Bestimmte Gemüsesorten fermentieren. Und nicht zuletzt freuen sich auch Freunde und Bekannte über eine Extra-Portion Obst und Gemüse! Auch Foodsharing-Communitys bieten eine gute Plattform, um Obst und Gemüse kostenlos auszutauschen.
Der Artikel wurde am 24.8.2025 überarbeitet.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
