Kochbuch von Mateo Zielonka: Pasta Pronto!

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

„The Pasta Man“ Mateo Zielonka ist sowohl aus Instagram als auch seinem ersten Kochbuch „Pasta Fantastica“ für seine bunten und vielfältigen Nudelkreationen bekannt. In seinem zweiten Buch bleiben Farben und komplizierte Formen allerdings außen vor, denn das Ziel ist, mit wenig Aufwand leckere Pastagerichte auf den Tisch zu bringen. Kann es „einfach“ sein?

Kochbuchautor Mateo Zielonka

Wer schon einmal gesehen hat, wie Mateo Zielonka (Foto links) virtuos winzige Pasta-Pantoffeln schafft oder Ravioli faltet, die kleinen Kunstwerke ähneln, der weiß: Dieser Mann liebt seinen Job. Bei „Pasta Pronto!“ möchte uns den aus Polen stammenden und nun in London lebenden Selfmade-Koch zeigen, wie man mit wenigen Zutaten kurzer Zeit einfache und leckere Nudelgerichte zaubert.

Die Rezepte sind übersichtlich nach Zeitaufwand geordnet: „Pronto. Pronto!“ (9 blitzschnelle Gerichte), „Pronto!“ (ca. 30 Minuten) und „Nicht ganz so pronto“ mit einigen aufwendigeren Rezepten (größtenteils Ravioli). Zu guter Letzt gibt es mit „Burrata, Gemüse und mehr“ noch einige Rezepte für Beilagen.

Nicht ganz so pronto, aber Selbermachen lohnt sich

Auf den ersten 40 Seiten zeigt er uns allerdings erst einmal, wie man Pastateig macht, ausrollt und formt. Das motivierte mich dazu, endlich mal wieder meine kleine Marcato-Nudelmaschine aus dem Schrank zu holen und mich selbst an der Pastaherstellung zu versuchen.

Zum Weiterlesen:

Leseprobe des Verlags

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Zielonka hat jede mögliche Teig- und Herstellungsvariante mitgedacht: Neben klassischem Pastateig gibt es Anleitungen für einen reichhaltigen Teig, einen glutenfreien sowie einen veganen Teig, die man jeweils von Hand, mit einem Mixer oder einer Küchenmaschine herstellen kann. Beim Ausrollen des Teiges werden sogar die unterschiedlichen Stufeneinstellungen für verschiedene Pastamaschinen (Marcato Atlas, KitchenAid, Pastalinda, Imperia) an die Hand gegeben – spätestens hier war ich von der Sorgfalt und Benutzerfreundlichkeit des Buches beeindruckt. Ich selbst habe mich an Tagliatelle, Pappardelle, Farfalle und Ravioli probiert und alle sind mir perfekt gelungen (basierend auf dem klassischen Teig).

Kochbuch von Mateo Zielonka: Pasta Pronto!
Kochbuch von Mateo Zielonka: Pasta Pronto!

Selbstgemachte Nudeln durchbrechen zwar das „Pronto“-Prinzip – weshalb Zielonka für jedes Rezept die Menge an frischer Pasta als auch getrockneter Pasta angibt –, aber es lohnt sich allemal. Doch auch mit Fertigpasta waren die Gerichte allesamt sehr fein.

Frühling auf dem Teller

Gleich das erste getestete Rezept, die Tagliarini mit Erbsen und Lauch, zeigte, wie mit wenigen Zutaten und Handgriffen – eigentlich muss man nur den Lauch kurz schmoren und die Nudeln kochen – ein außergewöhnliches Gericht entsteht, das nach einem frischen Frühlingstag schmeckt. Genauso einfach und schnell waren die Fettuccine mit Ricotta-Paprika-Sauce, in der die Zutaten nach dem Anbraten im Mixer mit dem Ricotta zu einer feinen Paste verarbeitet werden. Verblüffend einfach, warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?

Unter den Nicht-ganz-so-pronto-Rezepten hatte es den Testessern vor allem die Pappardelle mit Short-Ribs-Ragù gegeben. Die Short Ribs brauchen Zeit – das Fleisch muss vier Stunden im Backofen schmoren –, sind aber dennoch sehr einfach in der Herstellung und zergehen auf der Zunge.

Mateo Zielonka:

„Wer kennt das nicht? Manchmal kommt man müde aus der Arbeit, hätte sich gerne noch ein paar Lebensmittel besorgt, aber die Läden hatten schon zu, da das Meeting so lange gedauert hat und man ewig im Stau stand. Das sind die Situationen, in denen man sich einfach nur ein schnelles Comfort Food wünscht, oder? Mit etwas Geschick lässt sich selbst in diesem Moment aus ein paar Zutaten, die man im Vorratsschrank hat, in kürzester Zeit eine schöne Schüssel Pasta zaubern.“

Neben einigen Klassikern wie Bolognese, Puttanesca oder Pasta e Ceci gibt es zahlreiche Rezepte mit innovativen Kombinationen (Champignons mit Miso; Chorizo ​​mit Feigen; Gorgonzola, Spinat und Walnüsse …) oder super wenige Zutaten (karamellisierte Zwiebeln mit Chili). Frische Kräuter und Zitronenabrieb verleihen vielen Rezepten den letzten Schliff. Fast jedes getestete Rezept hatte außerdem einen kleinen Aha-Effekt. So dient bei den Cavatelli mit Wurst und Wodkasauce der Wodka als Geschmacksverstärker und Emulgator.

Die bereits erwähnte benutzerfreundliche Gestaltung setzt sich bei den Rezepten fort. Sie sind kurz und übersichtlich und basieren auf einer meist sehr übersichtlichen Zutatenliste und wenigen Arbeitsschritten. Viele Rezepte enthalten Tipps, wie man sie veganisieren kann. Von der Gestaltung her ist das Buch klein, handlich und unprätentiös. Gefallen hat mir vor allem, dass es kein übertriebenes Food-Styling gibt: Mein Kochergebnis sah in der Regel genau so aus wie auf den Fotos.

„Pasta Pronto!“: Das kleine Buch in handlichem Format besticht durch eine raffinierte Einfachheit der Rezepte und eine ausgesprochene Nutzerfreundlichkeit. Es ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Kochanfänger bestens geeignet und ist ein innovativer Helfer für den Alltag. Fazit: „The Pasta Man“ kann auch „einfach“!

Veröffentlicht im August 2026

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