

Bild: K/Vegpool / Canva
Ein Großbrand auf einem Aussiedlerhof in Großselfingen (Zollernalbkreis, Baden-Württemberg) hat am Samstag mehrere Hundert Gänse Hühner und getötet.
Mehrere Medien berichten, dass etwa 470-600 Gänse und Hühner Opfer des Brandes geworden sind. Weitere Tiere konnten von den Einsatzkräften gerettet werden, darunter offenbar Schafe.
Die Löscharbeiten sollen sich den Angaben zufolge schwer gestaltet haben, da nicht ausreichend Löschwasser vor Ort verfügbar war. Deshalb musste die Feuerwehr das Wasser erst über lange Leitungen und Löschzüge heranfördern. Zeit, die vielen Tieren das Leben gekostet haben dürfte.
Die Polizei schätzte den Sachschaden zunächst auf Millionenhöhe. Die Brandursache war zunächst unklar.
Es ist mindestens der zwölfte uns bekannte Großbrand innerhalb von 3 Monaten im deutschsprachigen Raum, bei dem mindestens 50 Tiere ihr Leben verloren haben.
Ein zentrales Register für Brände in Tierhaltungsbetrieben gibt es nicht, daher könnten noch deutlich mehr Tiere betroffen sein.
Große Stallbrände innerhalb von 3 Monaten (DACH-Raum)
| Datum | Tote Tiere | Ort |
|---|---|---|
| 19.09.2026 | 470-600 Gänse und Hühner | Großselfingen (DE) |
| 12.09.2026 | 250 Rinder, siehe Artikel | Palézieux (CH) |
| 08.09.2026 | 1.800 Schweine, siehe Artikel | Essen (DE) |
| 02.09.2026 | 1.000 Ferkel | Bernsgrün-Hohndorf (DE) |
| 01.09.2026 | 120 Schweine | Molbergen (DE) |
| 12.08.2026 | Hunderte Schweine | Adlkofen (DE) |
| 06.08.2026 | 1.000+ Schweine, siehe Artikel | Ried Hörmannsberg (DE) |
| 03.08.2026 | 50 Rinder | Garrel (DE) |
| 02.08.2026 | 500 Küken | Fehring (AT) |
| 29.07.2026 | 250 Schweine | Geseke (DE) |
| 15.07.2026 | 20.000 Schweine (größter Teil des Ferkels) | Düben (DE) |
| 11.07.2026 | 600 Schweine | Pettenbach (AT) |
Fehlender Brandschutz in Tierhaltungsbetrieben
Experten sagen: Ein Großteil solcher Brandkatastrophen ließe sich verhindern, wenn Tierhalter geeignete Maßnahmen zum Brandschutz umsetzen.
- Rauch- und Wärmemelder
- Automatische Alarmierung der Rettungskräfte
- Löschmittel (Sprinkler, Hydranten mit entsprechend dimensionierten Leitungen)
- Rettungswege, Beleuchtung und Sammelplätze für die Tiere
- Rauchableitung, damit Rettungswege länger nutzbar bleiben und Tiere nicht sofort erstickt werden
- bauliche Abschottung einzelner Bereiche, z. B. ausreichender Abstand zwischen Stall, Ölbehältern und Getreidespeichern
- Brandabschnitte, damit ein Brand in einem Abteil nicht gleich auf den gesamten Stall übergreifen kann
- Feuerwehrzufahrten
- Allgemeine Prüfung der technischen Anlagen
Bisher beschränken sich die Auflagen zum Brandschutz meist auf den Schutz von Gebäuden und Menschen. Verbindliche, tierschutzrechtliche Regelungen fehlen nahezu vollständig.
Agrar-Verbände argumentieren häufig, die Umsetzung wäre zu teuer.
Gleichzeitig beziehen gewerbliche Tierhalter in Deutschland viele Milliarden an Subventionen aus Steuergeldern. Diese sind in der Regel nicht mit verbindlichen, tierschutzrechtlichen Brandschutzmaßnahmen gekoppelt.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
