

Bild: K/Vegpool / pixabay.com
Prof. Dr. med. Andreas Michalsen ist Arzt für Innere Medizin und Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Der Ernährungsexperte spricht sich für eine vollwertige, vegane Ernährung aus.
Im Interview haben wir mit Prof. Michalsen über mehrere Aspekte rund um eine vegane Ernährung gesprochen. Das Interview veröffentlichen wir als Serie, sodass Sie bequem auf die einzelnen Teile zugreifen können.
In dieser Folge spricht Prof. Michalsen über die Vitamin-B12-Versorgung bei einer veganen Ernährung.
Veganer sollten Vitamin B12 ergänzen.
Grundsätzlich empfiehlt Prof. Andreas Michalsen Veganern eine Supplementation mit Vitamin B12. Die einzige Alternative sei, dass man sehr regelmäßig den eigenen B12-Blutwert kontrollieren lässt, um einen Mangel ausschließen zu können.
Früher sei die Versorgung mit Vitamin B12 anders gewesen, sagte Prof. Michalsen, denn da seien pflanzliche Lebensmittel noch nicht so steril. Unter den heutigen Bedingungen würde man als Veganer aber schnell zwangsläufig einen Vitamin-B12-Mangel entwickeln. (Anm. d. Red: „Nutztieren“ wird Vitamin B12 häufig über das Futter gegeben.)
Allerdings seien auch Fleischesser häufig von Vitamin-B12-Mangel betroffen, sagte der Professor, denn mit dem Alter würde die Vitamin-B12-Resorption zunehmend schlechter (Atrophie).
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Besondere Risiken für einen Vitamin-B12-Mangel hatten Patienten, die sogenannte Protonenpumpenhemmer zum Schutz des Magens annehmen. Auch das Medikament Metformin, das von vielen Diabetikern eingenommen wird, könne die Neigung zu Vitamin B12-Mangel verstärken, so der Medizin-Professor.
Mit einem Bluttest beim Hausarzt lässt sich die Versorgung mit Vitamin B12 messen. Dabei sei es wichtig, nicht nur den einzelnen B12-Wert zu erhöhen, sondern auch den Wert für Holotranscobalamin (Holo-TC), sagte Prof. Michalsen im Interview. Sinnvoll könnte auch sein, den Wert des Folgeprodukts Homocystein bestimmen zu lassen.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
