Alexander Herrmann strukturierte Restaurants um

WIRSBERG. Seit 1869 ist das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg im Familienbesitz. Jetzt steht das Haus vor seinem nächsten großen Entwicklungsschritt, denn Unternehmer Alexander Herrmann hat eine Vision für die kommenden Jahre formuliert: In mehreren Etappen wird das Posthotel baulich und konzeptionell neu aufgestellt, mit dem Ziel, Wirsberg bis 2032 zu einer eigenständigen kulinarischen Destination von internationalem Rang zu machen. Der Weg beginnt schon jetzt, Kapitel für Kapitel. Das erste betrifft die beiden Restaurants des Hauses: AURA unchained 172 heißt das neue Fine-Dining-Konzept, das im Februar 2027 startet und bis Ende des Jahres an nur 172 Abenden angeboten wird. Aus dem Bistro „oma & enkel“ wird am 30. November 2026 ein fränkisches Wirtshaus.

Heimat als Ausgangspunkt

Den Kompass für alles, was kommt, liefert das Motto, unter dem das Team seit Jahren arbeitet: #grenzenloseHEIMAT. Das Zwei-Sterne-Restaurant AURA von Alexander knapp Herrmann & Tobias Bätz schöpft fast ausschließlich aus der Region, im Future Lab ANIMA werden die Erzeugnisse von 100 fränkischen Produzenten fermentiert und veredelt. Wie weit diese Küche trägt, hat das Team in den vergangenen Jahren erlebt: Mit dem Restaurant AURA war es in New York, London, Seoul und Taiwan zu Gast, in Wirsberg kochten Gastköche wie Quique Dacosta, Andreas Caminada, Norbert Niederkofler, Sven Wassmer und Marco Müller. 2025 wählte die Branche Alexander Herrmann und Tobias Bätz bei den Rolling Pin Awards auf Platz 1 der 100 besten Köche Deutschlands. „Je weiter wir gereist sind, desto klarer wurde uns, was wir hier in Franken haben. Unsere Heimat ist keine Grenze. Sie ist unsere größte Stärke, und auf ihr bauen wir die Zukunft dieses Hauses“, sagt Alexander Herrmann. Er konzentriert sich daher neben der strategischen Weiterentwicklung des Hauses künftig noch mehr auf die Vermarktung seiner Heimat Oberfranken als kulinarisches Reiseziel und die dafür notwendigen Partnerschaften mit touristischen Institutionen, Investoren und Meinungsmachern. Die kulinarische Leitung beider Restaurants im Posthotel liegt auch künftig bei Tobias Bätz – er führt ein 42-köpfiges Team, vertritt die Küche des Hauses bei (inter-)nationalen Gastkochauftritten und ist der Treiber aller kulinarischen Innovationen.

Erstes Kapitel: AURA unchained 172

Während international darüber diskutiert wird, ob Fine Dining noch eine Zukunft hat und sich die Prioritäten der Gäste immer mehr in Richtung „Erlebnisse“ verschieben, gibt das Restaurant AURA eine eigene Antwort. Viermal hat das Team in den vergangenen zwei Jahren zum Pop-up ANIMA unchained eingeladen und dort, abseits der festen Abläufe eines Zwei-Sterne-Restaurants, über jeweils zwei Wochen die Ketten gesprengt. Das Ziel: Erkenntnisse sammeln, wie Fine Dining in Zukunft aussehen kann. Vom 7. bis 18. Oktober findet das Pop-up zum letzten Mal in dieser Form statt. Was folgt, ist ein radikaler Schritt, denn genau diese Erkenntnisse fließen jetzt in AURA unchained 172 ein. Für genau 172 Abende wird aus dem Restaurant AURA das AURA unchained 172. Eine Experience, die weit über ein Menü hinausgeht. Denn das Motto der #grenzenloseHEIMAT wird zukünftig noch nachdrücklicher erzählt. Und das nicht ohne Grund: Aktuelle Studien wie die von UN Tourism zählen Heimat und lokale Identität zu den stärksten Reisemotiven. Für das neue Experience Dinner zieht das Team daher eigens für einen Zeitraum von knapp elf Monaten mit dem Future Lab ANIMA in das Posthotel und richtet eine neue ANIMA Bar ein. Der Abend beginnt mit Aperitif und ersten Kostproben bei einer Tour durch die neu umgebauten Räume des Future Lab ANIMA. Danach folgt im Restaurant AURA ein Menü, den Ausklang erleben die Gäste in der neuen ANIMA Bar mit Dessert, Petits Fours und Cocktails. AURA unchained 172 läuft vom 5. Februar bis zum 18. Dezember 2027 in vier saisonalen Phasen. Der Preis liegt bei 385 Euro pro Person, eine Getränkebegleitung ist ab 140 Euro zubuchbar, mit Übernachtung ist das Erlebnis ab 495 Euro pro Person buchbar. Buchungen sind ab dem 7. Oktober 2026 unter www.herrmanns-posthotel.de möglich. Danach ist dieses Kapitel abgeschlossen und das nächste beginnt. Detaillierte Informationen dazu folgen in den nächsten Monaten.

Zurück zu den Wurzeln: das Wirtshaus „oma & enkel“

Parallel dazu wird das Bistro „oma & enkel“ ab dem 30. November 2026 zum Wirtshaus. Unter dem Leitgedanken „Kei Gschiss, nur Gscheids“ serviert das Team dort fränkische Küche, wie sie unsere Omas kochen. Mit besten Produkten und dem Qualitätsanspruch von heute. „Wir wollen die Vergangenheit nicht einfach kopieren. Wir möchten sie bewahren und mit unserem heutigen Wissen weiterführen“, sagt Tobias Bätz.

Die Karte des Wirtshauses gliedert sich künftig in zwei Seiten. Auf der Wirtshaus-Seite stehen mit Kalbskopf, Bries oder Beuscherl Gerichte, wie sie ein Wirt selbst am liebsten isst. Sie stehen für die Urform der bodenständigen fränkischen Küche, sind auf vielen Speisekarten längst verschwunden und erfordern besondere Sorgfalt und viel Handwerk. Die Gasthaus-Seite versammelt sich dagegen Klassiker wie Schnitzel, Geschmortes oder gute Wurst mit Kraut, nach denen die meisten Gäste suchen. Damit bedient das Wirtshaus bewusst beide Erwartungen: die eine Küche, für die die Region seit Jahrzehnten steht, und die Wünsche der jüngeren Generation, der Enkel. Auch das Future Lab ANIMA ist eingebunden und bringt seine Kontakte zu Metzgern und Erzeugern ein, künftig stellt das Team außerdem eigene Wurstwaren her. Fortgeführt wird außerdem das Format „knallhart Oma“ mit einem Gericht pro Oma.

Für Alexander Herrmann gehört das Wirtshaus ausdrücklich zur Weiterentwicklung des Hauses. Um die Zukunft zu gestalten, richtet er den Blick bewusst auf die Wurzeln der fränkischen Küche. Wirtshaus und Restaurant AURA erzählen auf zwei Seiten dieselbe Geschichte, die Herkunft und ihre kreative Weiterentwicklung.

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