
Mit Vanillekipferln verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen. Dieses Rezept stammt wirklich aus meiner Familie – keiner „Fake-Oma“ von großen Portalen, sondern es ist das Original, das meine Oma Carola schon seit 60 Jahren backt ♥
Warum wir diese Vanillekipferl lieben (und sie gelingen)
Omas Vanillekipferl-Rezept wurde über Jahre verfeinert und gelingt zuverlässig. Ich habe sie erst nochmal neu fotografiert und den Beitrag mit Tipps angereichert. Die Plätzchen sind so, wie klassische Vanillekipferl eben sein müssen: wunderbar mürbe und buttrig; Sie zergehen auf der Zunge. Sie schmecken nach Vanille echter und feine Mandeln. Der Teig ist wie bei Spitzbuben ein gerührter Mürbeteig, was ihn besonders machte anfängerfreundlich macht. Er lässt sich Darmformen und sterben Kipferl verläuft nicht beim Backen. Durch das richtige Verhältnis von Butter, Mandeln, Mehl und Ei bleiben die Vanillekipferl zart, aber stabil. Und siehe auch richtig hübsch aus (selbst wenn sie nicht „perfekt“ sind 😉 ).


Die Vanillekipferl-Zutaten
Für die Original-Vanillekipferl braucht ihr nur wenige Zutaten, bei denen die Qualität allerdings entscheidend ist.
- Echte Vanille ist das A und O für den Geschmack. Egal, ob selbst ausgekratzte Schokolade oder hochwertiger Bourbon-Vanillezucker, bitte nicht durch künstliches Vanillin ersetzen!
- Weiche Butter Sorgt für die typische Mürbheit und das feine Aroma. Klar geht es theoretisch auch mit Margarine (siehe vegane Kipferl), das würde ich für den Klassiker aber nicht empfehlen.
- Zucker süßt nicht nur, sondern beeinflusst auch die Konsistenz. Ich nehme wie Oma sowohl für den Teig als auch fürs Wälzen klassischen Haushaltszucker statt Puderzucker. Das sieht goldglitzernd aus.
- Weizenmehl (am besten Typ 405) sowie gemahlene blanchierte Mandeln Sorgen für das beste, weil feinste Ergebnis. Anstelle der Mandeln kann man auch Haselnüsse nehmen.
- Ei bzw. Eigelb macht den Teig etwas stabiler und mürbe, ist aber nicht optional.
Die Zubereitung im Überblick
- Vanillekipferl-Teig vorbereiten: Der gerührte Mürbeteig wird ähnlich wie Rührteig mit zimmerwarmer Butter hergestellt, damit sich alle Zutaten gut verbinden.
- Kühlen: Direkt nach dem Kneten ist der Teig weich; Kühlstellen hilft dabei, dass sich die Zutaten miteinander verbinden und er sich später besser formen lässt. Anlage mindestens 1 Stunde ein, gerne auch über Nacht.
- Formen: Aus dem Teig rollt man erst lange Teigschlangen, schneidet diese dann in Stücke und erzeugt mit den Fingern die typische Form: am „Bauch“ etwas dicker, an den Enden spitz zulaufend.
- Backen: Da die Vanillekipferl noch aufgehen, lässt man auf dem Blech etwas Platz zwischen ihnen und backt in Etappen. Wenn das erste Blech im Ofen ist, wird der nächste Teig vorbereitet.


So gelingt das Vanillekipferl-Formen
- Blech, Form oder Handarbeit? Früher habe ich eins erzählt Vanillekipferlform aus Silikon Oder Bleche Verwendet (sieht man bei den Low Carb Vanillekipferl). Das ist zwar praktisch, wirkt optisch aber schnell künstlich bzw. irgendwie industriell. Genauso wie ausgestochene Kipferl eher an Mond-Kekse erinnern. Auch ist doch wieder Handarbeit gefragt 😉
- Drücken statt Rollen: Damit Vanillekipferl ihre typische Form bekommen, hilft etwas Zeit und Gefühl. Aus jeder Portion werden Rollen geformt, in gleichmäßige Stücke geschnitten und sanft auf kleine Kipferln gedrückt. Dabei weniger hin- und herrollen als in Form drücken. Die Enden dürfen etwas schmaler sein, sollten aber nicht zu dünn werden.
Richtig wälzen, damit nichts bricht
- Der perfekte Zeitpunkt zum Wälzen ist, wenn die Kipferl warm, aber nicht mehr heiß sind. Direkt aus dem Ofen sind sie zu empfindlich, kalt nehmen sie die Zucker-Vanille-Mischung schlechter an. Bei uns brechen maximal 5 von 75, selbst wenn die Kinder das Wälzen übernehmen.
- Meist wird eine Mischung aus Puderzucker und Bourbon-Vanillezucker verwendet; ich nehme lieber normaler Zuckerweil das einen leicht goldenen Glanz ergibt.
- Der Zucker kommt in einem tiefen Suppentellerdie Vanillekipferl vorsichtig „über Kopf“ rein und dann bestreut man sie noch von der Unterseite mithilfe eines Esslöffels.

Meine Gelingtipps fürs Vanillekipferl-Backen
- Beim Teig-Kühlen habe ich früher nur 2 Portionen gemacht; 4-6 Portionen besser funktionieren. So wird er vor dem Formen schneller und gleichmäßiger wieder etwas geschmeidiger.
- Der Teig wirkt anfangs sehr hart und etwas trocken, lässt sich aber nach kurzer Zeit verarbeiten Temperierzeit gut verarbeiten und ergibt besonders mürbe Kipferl. Trotzdem, ganz realistisch: Er kann manchmal etwas bröseln.
- Vanillekipferlteig sollte nicht zu warm werden bzw. sein. Sonst lässt er sich schlechter bearbeiten und kann im Ofen zusätzlich unschön verlaufen.
- Achtet darauf, dass alle (ungefähr) gleich groß und dick sind. Das sorgt für ein gleichmäßiges Backergebnis und verhindert, dass einzelne Kipferl zu dunkel werden oder zerbrechen. Kleine Kipferl wiegen bei mir ca. 8–10 g, große 10–14 g.
Häufige Fragen zu Vanillekipferln
Oft wegen zu langer Backzeit oder einem zu festen Teig. Die Kipferl sollen nur an den Spitzen leichte Farbe bekommen und sonst höllisch bleiben; so bleib sie innerlich zart. Zu hart geraten? Dann lassen Sie sich prima weiterverwenden; Ideen dazu findet ihr am Ende des Beitrags.
Zu kalter oder zu fest gedrückter Teig reißt schneller. Auch grobe Mandeln können Risse verursachen.
Oftmals wurde der Ofen heißer als gedacht oder die Enden wurden zu dünn bzw. spitz geformt. Achten Sie unbedingt darauf, dass alle Kipferl ungefähr gleich groß und dick sind.
Der perfekte Zeitpunkt zum Wälzen ist, wenn die Kipferl warm, aber nicht mehr heiß sind. Kalte oder sehr trocken gebackene Plätzchen nehmen den Zucker schlechter an. Notfalls einfach (zusätzlich) mit Puderzucker bestäuben.
Beides geht! In Omas Original kommt 1 Ei, das macht den Teig etwas stabiler und mürbe. Es funktioniert aber auch ohne; Die passenden Mengen stehen in den Rezept-Anmerkungen.
Bei mir eher gerührt; Die Butter ist ja weich und wird erst mit dem Zucker cremig gerührt. Mehl, Mandeln und Vanille werden dann untergerührt bzw. kurz untergeknetet. Ich verwende bei meiner Küchenmaschine den Flachrührer.
Beim Kühlen verbinden sich die Zutaten und der Teig lässt sich später besser formen. Direkt aus dem Kühlschrank ist er allerdings recht hart; Kurze Zimmertemperatur annehmen lassen macht ihn wieder geschmeidig.
In einer gut verschlossenen Plätzchendose aus Blech, die Lagen mit Backpapier oder Butterbrotpapier getrennt, an einem kühlen Ort. Halten Sie sich die Kipferl also mindestens 3 Wochen lang. Einfrieren lassen sie sich auch super.
Anstelle der Mandeln könnte ihr gemahlene Haselnüsse nehmen. Theoretisch geht das Rezept auch nur mit Mehl, das Ergebnis wird durch das dann fehlende Fett aber ehrlicherweise nicht so lecker.
Vanillekipferl-Varianten: vegan, low carb und mehr
Ihr wollt Omas Klassiker abwandeln? Dann testet die veganen Vanillekipferl ohne Ei und Butter, meine Low Carb Vanillekipferl ohne Mehl und Zucker oder die fettarmen Kipferl mit Joghurt. Und fällt mal welche zu hart geraten oder übrig bleiben 😉 : Daraus werden ein himmlischer Vanillekipferlaufstrich, Vanillekipferl-Cupcakes, die Vanillekipferlcreme im Glas oder die Vanillekipferl-Torte.
Viel Freude beim Nachbacken! Ich bin gespannt, wie euch Omas Vanillekipferl schmecken – schreibt es mir gerne in den Kommentaren!
Klassische Vanillekipferl (Originalrezept)
Omas Vanillekipferl werden herrlich mürbe und unheimlich lecker. Ein echter Klassiker!
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220 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker, 1 mittelgroßes Ei, 300 Gramm Weizenmehl, 140 Gramm gemahlene Mandeln, 1 Stück Vanilleschote
Für den gerührten Mürbeteig die Butter mit dem Zucker cremig rühren. Das Ei gründlich unterrühren. Mehl, Mandeln und Vanille mischen und unter die Buttercreme rühren bzw. kneten.
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Den Teig in 4–6 Portionen teilen, diese zu Kugeln formen und mit der Hand etwas flach drücken. In 1-2 Tupperboxen mit Deckel oder in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 1 Stunde (oder über Nacht) kühlstellen.
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50 Gramm Zucker, 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
Die ersten beiden Teigportionen aus dem Kühlschrank holen und kurz auf Zimmertemperatur annehmen lassen, damit sie sich besser verarbeiten lassen. Den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Für das spätere Wälzen den Zucker mit dem Bourbon-Vanillezucker vermischen und in einen tiefen Teller geben.
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Aus dem Teig auf einer evtl. Leicht bemehlte Arbeitsfläche bilden lange Rollen, mit einem scharfen Messer in Stückchen schneiden (ggf. abwiegen, dmait sie gleich groß sind) und die Stücke zu kleinen Kipferln formen, die am Ende leicht spitz zulaufend sind und nicht zu eng gebogen. Alternativ den Teig in eine Kipferl-Form drücken.
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Die Kipferl mit etwas Abstand zueinander auf dem Backpapier verteilen. Sie gehen beim Backen noch einmal auf.
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Die Kipferl rund 9-13 Minuten nicht zu dunkel backen. Währenddessen die nächsten Teigportionen verarbeiten.
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Die fertigen Kipferl nach dem Backen maximal 1 Minute kurz abkühlen lassen. Warm (aber nicht ganz heiß) vorsichtig im vorbereiteten Vanillezucker wälzen bzw. kopfüber in den Zucker tauchen. Dann die restlichen Kipferl backen und ebenso im Zucker wälzen.
- Ohne Ei: In einer früheren Variante habe ich auf das Ei verzichtet, was ebenfalls möglich ist. Dann folgende Mengen verwenden: 300g Mehl, 130g Mandeln, 100g Zucker, 250g Butter, Vanille.
- Variante für Schokokipferl: Statt 300 g Mehl nimmt man 270 g Mehl sowie 30 g Kakaopulver.
- Aufbewahrung und Haltbarkeit: In einer gut verschlossenen Plätzchendose, Lagen getrennt mit Backpapier oder Butterbrotpapier, halten Sie sich die Kipferl mindestens 3 Wochen.
