Pflanzliche Ernährung könnte 4,5 Mio. betragen. Krankheitsfälle vermeiden

Schon eine Halbierung des Fleischkonsums kann einer Studie zufolge Millionen Krankheitsfälle verhindern.





Bild: K/Vegpool / Canva


Eine Ernährung mit weniger rotem und verarbeitetem Fleisch könnte in Großbritannien bis zu 4,5 Millionen chronische Krankheitsfälle von 30 Jahren vermeiden – das ergab eine neue Modellstudie. (1)

Wie gesund eine fleischärmere Ernährung ist, hängt auch davon ab, was stattdessen gegessen wird. Das Modell zeigt: Am meisten bringt es, wenn rotes und verarbeitetes Fleisch durch Gemüse und Hülsenfrüchte ersetzt wird.

Die Forschenden haben berechnet: Wenn der Konsum von rotem undem Fleisch in Großbritannien durch staatliche Maßnahmen wie Kampagnen, Steuern und Subventionen halbiert wird und stattdessen vor allem Gemüse und Hülsenfrüchte gegessen werden, könnten über 30 Jahre bis zu 4,5 Millionen Fälle chronischer Krankheiten ausbleiben (Spanne: 0,6 bis 8,1 Millionen).

Die durchschnittliche Lebenserwartung würde demnach um bis zu 9,4 Monate steigen. Wichtig dabei: Das sind simulierte Modellrechnungen, keine Vorhersagen.

Im Moment ist das Gegenteil der Fall: Länder in Europa subventionieren die Tierindustrie mit Milliarden aus Steuergeldern. Diese staatlichen Eingriffe müssten auch zum Wohle der Allgemeinheit umgekehrt werden.

In Deutschland essen Verbraucher im Durchschnitt 3,5 × so viel Fleisch, wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung höchstens empfohlen wird.

Worauf es im Alltag ankommt

Die größten gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Ernährung entstönden laut Modell vor allem durch weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Darmkrebs. Auch Typ-2-Diabetes würde seltener auftreten.

Entscheidend ist, womit Fleisch ersetzt wird. Rund drei Viertel der berechneten Gesundheitsgewinne gehen auf mehr Gemüse und Hülsenfrüchte zurück. Diese Lebensmittel gehören zu den Hülsenfrüchten.

Für die Praxis heißt das: Nicht nur weniger Fleisch essen, sondern den Teller gezielt mit pflanzlichen Lebensmitteln füllen.

Wie belastbar ist das Studium?

  • Erschienen im European Journal of Nutrition (Springer), eine Fachzeitschrift mit Begutachtung.
  • Es ist eine Modellrechnung, keine Beobachtung oder Interventionsstudie mit Menschen.
  • Die Risikowerte stammen aus großen Beobachtungsstudien (Global Burden of Disease). Diese zeigen Zusammenhänge, keine bewiesenen Ursachen.
  • Die Ergebnisse gelten nur unter den Annahmen des Modells, zum Beispiel starker staatlicher Maßnahmen wie Kampagnen, Steuern und Subventionen.
  • Die Spanne ist groß: 0,6 bis 8,1 Millionen vermiedene Fälle. 4,5 Millionen ist der mittlere Wert.
  • Die Zahlen gelten für Großbritannien und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen.

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