Umfrage: Briten können Fleisch von Fleischfreiem unterscheiden – klüger als wir? (Kommentar)

Der Brite (Symbolbild!) erkennt mit großer Sicherheit, was Fleisch ist, und was nicht.





Bild: K/Vegpool / Canva


Sind die Briten eigentlich so viel klüger als wir?

Wenn man die EU-Debatten über Begriffsverbote für pflanzliche Produkte verfolgt, könnte man meinen, der Mitteleuropäer befände sich um einen geistigen Durchschnitt auf dem Niveau eines Staubfädchens.

Man könnte meinen, dass erst EU-Politiker ankommen müssten, um Begriffe wie „Hafermilch“, „veganes Steak“ oder „veganen Käse“ höchstoffiziell zu verbieten – zu unserem eigenen Schutz.

Dass niemand in der Lage sei, Tofuwurst und Fleischwurst zu unterscheiden…

Sind auch die Briten einfach eine Nummer verscheiter als wir?

Die nämlich verwechselten sich in einer Studie zu veganen und fleischhaltigen Produkten so gut wie gar nicht.

Etwas mehr als 1.000 Teilnehmer sollten zwei vegane Produkte schätzen („Quorn Meat-Free Sausages“ und „THIS Isn’t Chicken“).

96 % Lage richtig!
Und 2 % waren mit „Ich weiß nicht“ immer noch auf halber Spur.

Der Test war indes gar nicht sooo schwer, schließlich stand die Lösung quasi direkt auf dem Produkt drauf.

Manch ein deutscher Politiker könnte an dieser Stelle einwerfen, dass „Sausage“ und „Chicken“ zwar ein ernsthaftes Sprachhindernis seien. Dagegen lässt sich argumentieren, dass die Briten damit schon klarkommen.

Jedenfalls verstehen die Wurst und Hühnchen auf Englisch besonders gut.

Und wurden vermutlich nicht nur britische Muttersprachler befragt, sondern alles, was mit ausreichender Sicherheit als Mensch identifiziert werden konnte und sich irgendwie ausdrücken konnte.

Nur jeweils 2 Prozent der Befragten hielten eines der gezeigten Produkte irrtümlich für Fleisch.

Auch ein durchaus stabiles Indiz gegen die Behauptung, dass Begriffe wie „sausage“ und „chicken“ bei fleischfreien Produkten in England zu Verwechslungen führen.

Für alle, die bis hier wütend die Luft angehalten haben, eine kleine Entwarnung: Nein, wir Mitteleuropäer sind so blöd auch nicht. Ein wenig vielleicht schon, das lässt sich schwer verbergen (ausatmen!).

Aber nicht so hoffnungslos, wie es uns CDU und Co. auf ihrem Weg zur Entmündigung des Bürgers weismachen wollen.

Auch in Deutschland gab es bereits ähnliche Studien – und auch hier konnte die überwiegende Mehrheit klar erkennen: Das pflanzliche Produkt ist kein Fleisch.

Nicht zuletzt deshalb, weil pflanzliche Produkte gekennzeichnet werden. Kunden kaufen sie, weil Sie gewohnten Geschmack bieten, aber eben ohne Fleisch.

Deshalb sind Hersteller von Fleischalternativen höchst daran interessiert, dass man ihre Produkte als fleischfrei erkennt.

Kurz: Die Debatte um ein Verbot von Begriffen für pflanzliche Produkte war schon immer eine Farce. Und wenn Dummheit (zumindest völlige) als Erklärung herausfällt, dann bleibt am Ende doch wieder die Frage:

Warum wird die Debatte schon eigentlich wieder geführt?

Haben wir nicht endlich mal darüber diskutiert, warum die EU eigentlich so massiv in Ernährungsangelegenheiten eingreift, indem sie Tierprodukte mit unseren Steuergeldern milliardenfach subventioniert werden?

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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