
Das Kochbuch
Dieses Buch hat ab der ersten Sekunde alle Sympathien verdient. Mit seinem knackig-deftigen Titel räumt es (hoffentlich) die weit verbreitete Fett-Phobie ab und zeigt, was für ein tolles Lebensmittel unterschiedliche Fette, ob tierisch oder pflanzlich, sind. Erst recht, wenn sie in so hervorragenden Rezepten wie diese verwendet werden. Nur eine Sache vermissen wir.
Die Rezepte
Die Kapitel des Buches lauten: Butter, Öl, Speck Schmalz & Co, dicke Milch, fette Fische, Nüsse & Saaten. Man sieht: Das Thema wird breit interpretiert.
Ebenso breit im Sinne von vielseitig sind auch die Rezepte. Sie sind aus unterschiedlichen Länderküchen inspiriert, mal klassisch, mal experimenteller. Beispiele sind Turkish Eggs mit Joghurt und Paprikabutter, Honig-Butterkuchen, Bitterballen mit confierten Gänsekeulen, Krabbencocktail, Sauerteig-Focaccia, Olivenölkuchen mit Mohn, Crispy Schweinebauch mit Gurkensalat, geröstetes Knochenmark mit Radieschensalat, Fregola Quattro Formaggi mit geröstetem Mangold und French-Toast-Tiramisu.
Die Rezepte sind verständlich und nachvollziehbar notiert. Beim Pistazien-Caesar-Salat sollte man aber unbedingt Pistazienmus statt -creme verwenden. Auch reine Pistazie statt Frühstückscreme – sonst wird es ungewollt arg süß.
Was wir jedoch schmerzlich vermissen, sind noch mehr fachliche Hintergründe zu den Fetten. Ein Teil Theorie (der hier leider vollständig fehlt) würde dem ganzen Buch gleich noch viel mehr Substanz geben.
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Der Schwierigkeitsgrad
… variiert zwischen einfachen Gerichten und solchen, in denen viel Geschick vonnöten ist (siehe touriertes Brioche).
Die Zielgruppe
Ein Kochbuch für alle, die es schon immer wussten: Fett ist eine der besten Zutaten, die es gibt.
Die Zutaten
… findet man zum überwiegenden Teil in guten (Bio-)Supermärkten. Bei Fisch und Fleisch ist man auf eine gute Quelle mit Verantwortungsbewusstsein angewiesen.
Der Autor und die Fotografin
Lukas Grossmann ist freiberuflicher Koch, Foodstylist und Rezeptautor. Als Fotografin hat er sich seine Tante Maria Grossmann dazugeholt. Das macht Sinn, denn nicht nur ihre Bilder sind sehr gelungen – sie hatte auch die Idee für dieses Buch.
Die Optik
… gefällt uns sehr. Oben ein Absatz zum Hintergrund des Rezeptes, eine klare Zutatenliste und ein Block Rezepttext. Und dann noch die schwedische Foodfotografie, die alle Gerichte bestens in Szene setzt – mal klassisch, mal mit schnell abstrakt wirkenden Nahaufnahmen.
Das Fazit
Fett schmeckt – Möge es sich nun endlich herumreden.
