Aufnahmen von CO2-Betäubung im Tönnies-Betrieb: Entsetzen und Hilflosigkeit! (Video als Download)

Video-Aufnahmen aus CO2-Betäubung im Tönnies-Betrieb lösen Entsetzen aus.
Video-Aufnahmen aus CO2-Betäubung im Tönnies-Betrieb lösen Entsetzen aus.





Bild: Ariwa e. V. (bärb.)


Die Betäubung soll Schweinen beim Schlachten Schmerzen und Leiden ersparen. Doch neue Undercover-Aufnahmen aus einem Tönnies-Schlachthof zeigen Schweine, die in CO₂-Gas schreien und nach Luft schnappen.

Die Tierrechtsorganisation Ariwa hat die Aufnahmen veröffentlicht, die im Frühjahr 2026 am Tönnies-Standort Kellinghusen (Schleswig-Holstein) entstanden sein sollen. Der NDR berichtete heute darüber, am 19. Oktober 2026. (1)

Laut einem tierärztlichen Gutachten gehen bis zu 37 Sekunden, bis die Schweine im Schacht mit dem Gas bewusstlos sind!

Ein Tönnies-Sprecher wies die Vorwürfe zwar von sich selbst und deutete auf Tierschutz-Richtlinien hin, die streng eingehalten würden.

Das Vegpool-Angebot eines Pressebesuchs vor Ort, um authentisch und offiziell über die Abläufe zu berichten, hat der Schlachthof nicht angenommen. Das muss er nicht sein, aber es wäre eine Gelegenheit gewesen, den Tierqual-Vorwürfen mit Transparenz zu begegnen.

Es bleibt zunächst auch bei den Undercover-Aufnahmen. Einen Zusammenschnitt davon findet ihr unten zum Download!

Was zeigen die Aufnahmen aus dem Tönnies-Schlachthof?

Immer wieder ähnliche Szenen. Mehrere Schweine stehen in einer Gondel aus Metallstangen. Sie fährt viele Meter tief in einen Schacht voller CO₂-Gas. Die Tiere schreien und werfen sich gegen das Gitter – augenscheinlich in panischer Erstickungsnot.

Ein von ARIWA veröffentlichtes Gutachten von Expertise für Tiere beschreibt weitere Missstände.

  • Mitarbeiter schlagen Schweine mit Treibpaddeln ins Gesicht.
  • Mitarbeiter schneiden Gliedmaßen ab, bevor die Tiere entblutet werden. Ob die Tiere noch etwas wahrnehmen, prüfen die Mitarbeiter augenscheinlich nicht.
  • Zwischen Betäubung und Entblutestich vergehen bis zu 215 Sekunden.

Ob es sich bei den gezeigten Vorgängen um Verstöße gegen geltendes Recht handelt, muss ein Gericht entscheiden. Bis dahin gilt in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung.

Undercover-Aufnahmen zum Download

Transparenz ist die Grundlage für eine fundierte Debatte. Nur wenn Verbraucher wissen, wie Fleisch erzeugt wird, können sie fundierte Entscheidungen treffen.

Doch bisher haben Schlachthöfe alle Vegpool-Anfragen nach einem offiziellen, einvernehmlichen Pressebesuch vor Ort abgelehnt. Andere Redaktionen berichten ähnliches.

Weil das öffentliche Interesse am Tierschutz dadurch ins Hintertreffen gerät, haben wir uns entschieden, selbst einen Zusammenschnitt der Aufnahmen von Ariwa e. V. hochzuladen. Der Tierschutz steht als Staatsziel sogar im Grundgesetz!

Achtung, das Video zeigt gewalttätige, leidende und sterbende Tiere:
→ Undercover-Video aus Kellinghusen herunterladen (MP4)

Die Tierschutz-Schlachtverordnung verlangt, Tiere „schnell und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden“ zu betäuben (2). Spätestens 20 Sekunden nach dem Verlassen der CO₂-Anlage müssen Schweine entblutet werden (3). Behörden können längere Zeiten genehmigen (2).

Warum ist die CO₂-Betäubung von Schweinen grundsätzlich ein Problem?

Hohe CO₂-Konzentrationen verursachen Schmerzen, Atemnot und Angst, bevor die Tiere das Bewusstsein verlieren (4).

Doch obwohl der Stress der Tiere auch die Qualität ihres Fleisches beeinträchtigt, betäuben Schlachthöfe in Deutschland acht von zehn Schweinen mit CO₂. Für sie ist es billiger.

Die Bilder sind kein Einzelfall. Schon Ariwa-Aufnahmen aus dem Schlachthof Brand in Lohne zeigen die gleiche Panik. Das OLG Oldenburg stufte sie als echt ein, verbot den Aktivisten auf Antrag des Schlachthofes aber, sie zu verbreiten.

Als Presse sind wir vom Verbreitungs-Verbot nicht betroffen. Ihr findet einen älteren, von Ariwa erstellten Zusammenschnitt der Aufnahme aus der CO₂-Betäubungsanlage des Schlachthofes Brand in Lohne hier zum Download: → Download (MOV)

Obwohl die Schlachthof-Marke mit Tierwohl und Transparenz wirbt, geht er gerichtlich gegen die Verbreitung der authentischen Aufnahmen vor. Und das mit Erfolg!

Das Gericht stufte das Interesse des Schlachthofes an Abschottung höher ein als das Informationsinteresse der Allgemeinheit.

Auch unsere Anfrage nach einem offiziellen Besuch vor Ort kam nicht zustande – ebenso wenig wie beim oben genannten Tönnies-Betrieb.

Schlachthöfe können bis heute mit Tierwohl und Transparenz benannt werden, auch wenn Videoaufnahmen das Gegenteil nahelegen. Sie schotten sich vor der Öffentlichkeit ab, verhindern dadurch eine informierte Debatte und zahlen am Ende die Tiere den Preis. Und die Allgemeinheit, deren berechtigtes Interesse am Tierschutz verletzt wird.

Die neuen Aufnahmen aus dem Schlachthof von Tönnies machen die klaffenden Lücken beim Tierschutz in Deutschland und der EU erneut deutlich.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

We will be happy to hear your thoughts

Hinterlasse einen Kommentar

Fehler: Content is protected !!
Presentkorb24.de – Geschenkideen & Präsentkörbe für jeden Anlass
Logo
Secret Link