

Bild: K/Vegpool / Canva
Mit einem Verpackungscheck wollte sterben Deutsche Umwelthilfe Untersuchen Sie, ob Supermärkte und Discounter weniger Einwegverpackungen nutzen und mehr Mehrweg anbieten. (1)
Fünf Jahre nach dem Start fällt die Bilanz der Organisation ernüchternd aus: Eine grundlegende Verpackungswende im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist laut DUH ausgelieben.
Freiwillige Zusagen? Kaum etwas davon zu merken!
Im Gegenteil: Teilweise wird heute sogar mehr verpackt als zu Beginn der Erhebung.
Für den aktuellen Check untersuchte die DUH zwischen April und August 2026 stichprobenartig 48 Filialen von zwölf Handelsketten.
Viele rote Karten, nur wenige Fortschritte
Untersucht wurden Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto Marken-Discount, Norma, Rewe, Edeka, Kaufland sowie die Biosupermärkte Alnatura, Denns und Bio Company.
Aldi Nord und Aldi Süd bleiben aus Sicht der DUH die Schlusslichter. Lidl, Penny, Norma und Netto Marken-Discount erhielten über die gesamten fünf Jahre rote Karten. Rewe und Edeka kommen wie in den Vorjahren gerade mal auf Gelb – also etwas besser, aber weit entfernt von grün.
Bei Kaufland sieht die DUH immerhin eine Verbesserung von rot auf gelb. Gründe sind neue Mehrwegangebote an Käse- und Wursttheken sowie für Heißgetränke. Vorbildlich ist das noch lange nicht.
Bei keiner der konventionellen Handelsketten erkennt die DUH bisher eine grundlegende Abkehr vom Einweg-Modell.
Mehrwegquote weit unter dem Ziel
Bei Getränken liegt die durchschnittliche Mehrweg-Angebotsquote in klassischen Supermärkten und Discountern bei 30,5 Prozent. Das liegt klar unter der gesetzlichen Zielquote von 70 Prozent.
Aldi und Lidl bieten laut DUH keine Getränke in Mehrwegflaschen an.
Auch bei Joghurt sieht die DUH einen negativen Trend. Das Mehrwegangebot geht hier insgesamt zurück.
Obst und Gemüse oft stärker verpackt als früher
Besonders kritisch bewertet die DUH Verpackungsmüll bei Obst und Gemüse. Bei den meisten Handelsketten liegt demnach heute mehr vorverpackte Ware in den Regalen als zu Beginn des Checks.
Bei Lidl stieg der Anteil vorverpackter Obst- und Gemüseware um rund zehn Prozentpunkte auf 66 Prozent. Bei Rewe stieg er ebenfalls um rund zehn Prozentpunkte auf 56 Prozent.
Bei Netto Marken-Discount stieg der Anteil sogar um 16 Prozentpunkte auf 74 Prozent!
Die Biosupermärkte schneiden hier besser ab. Trotz leichter Rückschritte kommen sie im Schnitt auf 16 Prozent vorverpackte Ware.
Bio Company und Denns zeigen nach Einschätzung der DUH, dass Händler ihr Verpackungsangebot schrittweise verbessern können.
Der Abstand zu künftigen Regeln ist noch groß. Ab 2030 dürfen Supermärkte Obst und Gemüse nicht mehr in Plastik verpacken. Im DUH-Test waren 99 Prozent der verpackten Karotten in Plastik eingeschweißt.
DUH fordert Mehrwegsysteme statt Einweg-Plastik
Die DUH fordert eine verbindliche finanzielle Förderung von Mehrwegsystemen. Diese sollen von Herstellern von Einweg-Verpackungen getragen werden.
Dazu kommt eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf pfandpflichtige Einweg-Getränkeverpackungen und Getränkekartons. Darüber hinaus fordert die DUH verbindliche Mehrwegquoten für Milch, Wein und weitere vorverpackte Lebensmittel wie Öl, Essig, Aufstriche sowie Obst- und Gemüsekonserven.
Die Bundesregierung dürfe die Förderung von Mehrweg nicht länger weitgehend den Unternehmen selbst überlassen, so die DUH. Freiwillige Versprechungen reichen offensichtlich nicht aus.
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