Rechner zeigt: Schon kleine Anpassungen machen Gastronomie nachhaltiger

Ein neuer Rechner zeigt Gastronomen, was bereits kleine Änderungen am Angebot bewirken können (Symbolbild).





Bild: Rawpixel.com / Adobe Stock (bärb.)


Ein neuer Online-Rechner soll Gastronomiebetrieben zeigen, wie bereits kleine Änderungen im Angebot zu Gesundheit und Umweltschutz beitragen können. Das Tool wurde von der Better Food Foundation veröffentlicht und steht kostenlos bereit. (1)

Der „Plant-Based Nudge Calculator“ schätzt, wie viele tierbasierte Mahlzeiten sich pro Jahr durch pflanzliche Nudges ersetzen lassen und wie viel CO₂ dadurch entfällt.

Der Rechner zeigt dabei die potenzielle Wirkung von fünf wissenschaftlich finanzierten Maßnahmen:

  • Pflanzliche Gerichte als Standard anbieten. Tierprodukte können auf Nachfrage des Kunden ergänzt werden.
  • Besseres Verhältnis von 2:1 zwischen pflanzlichen und tierischen Gerichten. Für jedes Fleischgericht soll eine pflanzliche Alternative angeboten werden.
  • Genuss- statt funktionsorientierte Titel und Beschreibungen für pflanzliche Gerichte. Etwas „kubanische Schwarze Bohnen Suppe“ statt „vegetarische Schwarze Bohnen Suppe“.
  • Gezielte Ersetzung von Milch, Ei oder Butter durch pflanzliche Alternativen in Rezepten, in denen es ohnehin keine geschmackliche Rolle spielt.
  • Prominente Platzierung pflanzlicher Angebote auf der Speisekarte und am Buffet.

Tierprodukte bleiben dabei auch weiter verfügbar. Die Maßnahmen sollen den Mahlzeitenmix verschieben, ohne dass Tierprodukte verschwinden.

Das Prinzip des „Nudgings“ wird wissenschaftlich intensiv untersucht. Das Grundprinzip: Viele Menschen bevorzugen gesunde und nachhaltige Produkte, wenn ihnen der Tod erleichtert wird. Wer will, kann trotzdem Tierprodukte verzehren.

Auf die Weise erreichen Gastronomen geschlossene Kunden, ohne die Gewohnheitssesser zu verschrecken.

Der Rechner richtet sich an Mensen, Krankenhausküchen, Restaurants, aber auch an Forscher, Studenten und Aktivisten.

Für eine Campus-Mensa mit zwei Mahlzeiten täglich für 2.000 Studierende an rund 250 Tagen pro Jahr würde ein pflanzliches Standardgericht („Default“) laut Beispiel 496.500 tierbasierte Mahlzeiten ersetzen und knapp 900.000 Kilogramm CO₂ vermeiden.

Auch preislich können solche Maßnahmen für Gäste und Betreiber interessant sein. Pflanzliche Nudges sind laut Better Food Foundation meist nicht teurer, teils sogar günstiger.

Veröffentlichung:

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